cityworks

Kunst im Container, Kunst in der Stadt

JULIA MÜLLER

 

Container sind Sinnbild für unsere globalisierte Welt. Sie übernehmen dabei  vielfältige Aufgaben. Im Stadtbild sind Container ein vorübergehend geschaffener Lebensraum. Funktional, praktisch, temporär. Alles Begriffe, die man ganz und gar nicht mit Kunst verbindet. Doch genau diese beiden Dinge werden bei „Cityworks“ verknüpft. Kunst im Container, Kunst in der Stadt.

So unterschiedlich und vielfältig einsetzbar die Container selbst sind, ist auch die Kunst „darin“ und die Künstler „dahinter“. Es sind zum Beispiel Videoinstallationen zu sehen, die in der Endlosschleife laufen oder Performances, die flüchtig und jedes Mal anders sind.  Die Tour durch die neun Container gibt den Teilnehmern nur einen kleinen Vorgeschmackauf das, was man insgesamt erleben kann. Denn oft sind die Videos lang oder der Container nur Einzeln betretbar. Oft ist die Überwindung auch groß eine geschlossene Tür zu öffnen. Man hat manchmal das Gefühl in einen abgetrennten, quasi heiligen Raum einzudringen. Die Künstler haben versucht diese Räume so gut wie möglich einzunehmen und trotzdem den Bezug zum städtischen Umfeld nicht zu verlieren. Speziell München bereitete da so manchem Künstler Probleme. Zum Beispiel war es für Levent Kunt schwierig Müll für sein Schlagzeug in Container Nummer 3 zu finden, sodass er sich mit Flohmarkgegenständen aushelfen musste. Auch Anna Konjetzky (Containernr. 1) hatte ihre Schwierigkeiten mit den allzu zufriedenen Menschen hier. Die meisten Menschen antworteten auf ihre Frage: „Für was würden Sie protestieren?“ mit „Garnichts!“.

Mein persönlicher Lieblingscontainer ist Nummer 2 (STORIES OF REFUGE“ von der Dictaphone Group). Man nimmt auf harten, kargen Stockbetten Platz und betrachtet selbstgedrehte Videos syrischer Flüchtlinge. Man lauscht dabei ihren Geschichten und Schicksalen zwischen Bildern ihrer Lieblingsorte in München und der kaputten Dusche in ihrer Unterkunft, welche wiederum nur temporär sein wird.

 

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